Jungheinrich-Standort in Lüneburg erhalten
Der Lüneburger Jungheinrich-Standort soll geschlossen werden. Die Linke im Stadtrat Lüneburg stellt sich gemeinsam mit SPD, Grünen und FDP an die Seite der streikenden Belegschaft im Kampf um ihre Arbeitsplätze. Am 11. Dezember 2025 bekräftigte der Lüneburger Rat dies mit einer gemeinsamen Resolution!
Meinen Redebeitrag aus der Ratssitzung findet ihr auf YouTube und nachfolgend in Textform:
Liebe Ratsvorsitzende, liebe Oberbürgermeisterin, liebe demokratische Ratskolleg*innen -
und vor allem: liebe Beschäftigte von Jungheinrich und liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
wir stehen heute hier, weil ein ganzes Werk – und damit die Zukunft vieler Menschen – auf dem Spiel steht. Und ich sage es gleich zu Beginn klar und unmissverständlich:
Der Jungheinrich-Standort Lüneburg darf nicht geschlossen werden!
Dass die streikende Belegschaft heute in diesen Rat gekommen ist, ist ein starkes Zeichen. Denn wenn ein profitables Unternehmen glaubt, es könne einfach den Standort dichtmachen und Hunderte Familien in die Unsicherheit schicken, dann hat es die Rechnung ohne die Beschäftigten gemacht. Und ohne die IG Metall.
Und – das sage ich hier sehr deutlich – auch ohne uns!
Es geht hier nicht nur um Arbeitsplätze. Es geht um die Würde von Menschen. Um jahrzehntelange Arbeit, um Erfahrung, um Kompetenz, um das Know-how, das hier über viele Jahre erarbeitet wurde. .
Die Kolleginnen und Kollegen haben Jungheinrich groß gemacht.
Sie haben den Erfolg geschaffen – nicht die Vorstandsetage.
Und sie verdienen Respekt, Anerkennung und vor allem: eine verlässliche Perspektive.
Doch was macht die Unternehmensführung?
Sie verweigert Gespräche mit der IG Metall und der Belegschaft.
Sie setzt auf Abschottung statt auf Lösungen.
Und jetzt will sie auch noch die Notdienstleistung für die Inventur erzwingen – ohne jede Gesprächsbereitschaft.
Diese Blockadehaltung ist ein Skandal!
Eines ist doch klar: Ohne Verhandlung keine Notvereinbarung!
Wer Gewinne einfährt, darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen, wenn die Menschen, die diese Gewinne erwirtschaftet haben, Sicherheit einfordern.
Deshalb unterstützen wir als Linke die Resolution, die heute zur Abstimmung steht.
Mit dieser Resolution setzen wir als Rat ein klares Zeichen der Solidarität mit den Beschäftigten und ein Zeichen an die gesamte Region!
Für:
Den Erhalt des Standortes!
Die Würdigung der Leistung der Beschäftigten!
Konstruktive Gespräche statt Hinhalten und Schweigen!
Ein eindeutiges Nein zur Schließung!
Und die Anerkennung, dass dieser Streik ein völlig legitimer Ausdruck des Kampfes um Sicherheit und Zukunft ist.
Liebe Kolleginnen und Kollegen von Jungheinrich:
Ich habe es euch schon am Werkstor gesagt und ich sage es hier noch einmal: Ihr steht nicht allein!
Die Linke steht an eurer Seite – und mit dieser Resolution steht auch der Lüneburger Rat an eurer Seite.
An die Eigentümer und die Leitung von Jungheinrich möchte ich nur eines sagen:
Lieber Herr Brzoska, kommen Sie endlich an den Tisch!
Verhandeln Sie! Der Betriebsrat hat ein alternatives Konzept entwickelt, mit dem Produktion, Konstruktion und Arbeitsplätze in Lüneburg gesichert werden können.
Übernehmen Sie Verantwortung für die Menschen dieser Region – und zeigen sie Wertschätzung für das Engagement Ihrer Belegschaft!
Und an die rot-grüne Landesregierung und Ministerpräsident Olaf Lies sage ich klar und deutlich:
Machen Sie Druck auf die Unternehmen!
Setzen Sie sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Industriestandorten ein – nicht erst, wenn es fast zu spät ist!
Denn eines ist völlig klar:
Wenn ein traditionsreicher und profitabler Standort wie dieser ohne Rücksicht auf die Menschen vor Ort dichtmacht, dann schließt nicht nur ein Werk. Dann geht das Know-How einer ganzen Region verloren. Und das werden wir nicht kampflos hinnehmen.
Solidarität mit den Beschäftigten!
Zukunft oder Widerstand!

